04.02.2020
Grußwort des Superintendenten

Ich grüße Sie mit der Jahreslosung 2020:

Ich glaube,
hilf meinem Unglauben!

Markus 9, 24

Liebe Besucher unserer Homepage,

ein Mann kommt zu Jesus. Er hat ein schweres Jahr hinter sich. Und das war nur eines von vielen. Denn sein Sohn litt an einem Anfallsleiden. Das ist für Menschen, die auf offenem Feuer kochen und am See leben eine doppelte und dreifache Herausforderung. Jeden Tag bestand die Gefahr, dass das Kind im wahrsten Sinne des Wortes ins Verderben gerissen wurde.

Und nun hat dieser Mann gehört, dass Jesus in seinen Ort kommt. Der hat doch schon Vielen geholfen... Und so erwartet auch er Hilfe von Jesus.

Die erste Enttäuschung: Jesus ist nicht da. - Aber seine Jünger immerhin. Und so bittet er die, seinen Sohn zu heilen. Die sollten doch wissen, wie das geht! Und die Jünger Jesu versuchen es. Doch sie schaffen es nicht.

Haben Sie auch schon einmal vergeblich auf Jesus gewartet? Und die einzigen, die Ihnen begegneten, waren die Leute von seinem "Bodenpersonal"? Ich gehöre auch dazu. Und ich möchte nicht ausschließen, dass ich auch schonmal Menschen enttäuscht habe. Ich konnte vielleicht ihre religiösen Bedürfnisse nicht befriedigen. Oder ich habe es einfach nicht verstanden, im richtigen Moment das richtige zu sagen oder zu tun...

Als Jesus schließlich kommt, ist der Vater des kranken Jungen deshalb vorsichtig geworden: "Herr, wenn du kannst..., hilf mir!"

Und Jesus? Er antwortet nur: "Wieso sagst du: »wenn du kannst«? - Alles ist möglich dem, der da glaubt!"

Was soll der Vater, was sollen wir mit solch einer Antwort nur anfangen?
Außerdem haben die Jünger ja auch nichts gekonnt...! - Wie schnell würden manche Jesus an dieser Stelle den Rücken kehren? "Auf solche Spitzfindigkeiten hab ich gar keine Lust. Dann eben nicht!"

Doch der verzweifelte Vater reagiert überraschend anders. Wir hören seine Antwort in der Jahreslosung für 2020 - bei Markus, Kapitel 9, Vers 24:
Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!

Der Vater, der zu Jesus kommt, zeigt uns: Bei allem, was ich nicht unter die Füße bekomme; da, wo ich kleinmütig und verzagt bin; wenn ich enttäuscht wurde von "Gottes Bodenpersonal" und feststellen musste: "Die sind ja auch nicht anders und schon gar nicht besser als alle anderen!" - da sollte ich mich nicht entnervt, kleinlaut oder enttäuscht abwenden, sondern erst recht Jesus suchen.

Ich finde die Antwort des Mannes einfach genial! Und vielleicht kann die nur ein verzweifelter Vater so finden: "Jesus, schau: ich glaube doch! und dennoch bin ich oft kleinmütig und manchmal reicht die Kraft nicht, auch nicht die Glaubenskraft… - Aber, Herr, ich weiß, dass du mir dennoch helfen kannst. Und deshalb bleibe ich einfach bei dir und dränge dich: Hilf mir! Hilf auch meinem Unglauben, meinem Kleinmut, meinem Zweifel und meiner Angst auf!"

Könnte das nicht das Leitwort für unser Glauben und Handeln in diesem Jahr sein?! "Dennoch bleibe ich stets an dir. Denn ich glaube! Drum hilf auch meinem Unglauben!"

Herzliche Grüße und Gottes reichen Segen!

Ein behütetes Jahr 2020 wünscht Ihnen
Ihr Superintendent Arnd Kuschmierz
 


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